Heinz Lanfermann empfängt die Liberalen Senioren

Heinz Lanfermann MdB begrüßt seine Gäste Am Dienstag nachmittag besuchten die Liberalen Senioren Brandenburg den Deutschen Bundestag. Beim Treffen mit Heinz Lanfermann MdB wurde eine Bilanz der Arbeit der Koalition zur Halbzeit der Legislaturperiode gezogen. Besonders im Themenfeld der Gesundheitspolitik gab es viele interessierte Fragen und Anmerkungen, die Lanfermann, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP- Bundestagsfraktion, gern zum Anlaß nahm, erfolgreiche Vorhaben der Koalition, aber auch die Agenda kommender Vorhaben zu erläutern.

lebendiger Meinungsaustausch im Deutschen Bundestag Lanfermann stellte den Gästen das erfolgreich umgesetzte GKV- Finanzierungsgesetz vor, das ein sozial ausgewogenes und nachhaltiges Gesundheitssystem für kommende Generationen garantiert. Auch das Versorgungsstrukturgesetz soll über Anreize und Änderungen der Rahmenbedingungen für Mediziner durch die Flexibilisierung der Bedarfsplanung und der vertragsärztlichen Vergütung dem ländlichen Ärztemangel entgegenwirken und eine gute medizische Versorgung für Alle sicherstellen.
"Im Bereich der Gesundheitspolitik hat sich sehr viel bewegt, wir können hier bereits jetzt viel vorweisen", so Lanfermann zum Sachstand. "Als nächstes wird die Koalition ein Gesetz zur Organspende und die Pflegereform in Angriff nehmen. Auch hier wird es viel zu tun geben". Neben einer Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs wird es darum gehen, Leistungen für Pflegebedürftige zu verbessern.
Heinz Lanfermann diskutierte über den Euro- Rettungsschirm


Heinz Lanfermann MdB diskutiert mit seinen Gästen Das Thema der Stabilisierung der europäischen Gemeinschaftswährung wird zur Zeit hitzig diskutiert. Kürzlich hat der Deutsche Bundestag für die zeitlich befristete Erweiterung des Eurorettungsschirmes gestimmt.
Die neuen gesetzlichen Grundlagen ermöglichen so einerseits die vereinbarte Bereitstellung der maximalen Darlehnskapazität von 440 Mrd. Euro durch die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), indem eine Aufstockung des Garantierahmens, den Deutschland zur Verfügung stellt, erfolgt.


Heinz Lanfermann MdB mit Thorsten Bathmann und Gregor Beyer MdL (v.li.)
Darüber hinaus wird die EFSF in die Lage versetzt, den konkreten Gefahren für die Stabilität unserer gemeinsamen Währung und der Eurozone insgesamt noch besser auch vorbeugend entgegenwirken zu können: so werden neben der bereits bestehenden Möglichkeit einer Kreditvergabe an Mitgliedsstaaten nun auch der Kauf von Staatsanleihen am Primär- und Sekundärmarkt, sowie vorsorgliche Kredite und Darlehen an Staaten zur Rekapitalisierung von Finanzinstituten bereitgestellt. Alle Hilfsmaßnahmen der EFSF werden auch in Zukunft unter strikten Auflagen vergeben. Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Die betroffenen Länder müssen den Weg der Haushaltskonsolidierung und wirtschaftlichen Strukturreformen eigenständig gehen
Um offene Fragen rund um den Euro- Rettungsschirm und die EFSF zu beantworten, aber auch Bedenken hinsichtlich der Griechenland-Krise zu begegnen, luden die brandenburgischen Bundestagsabgeordneten Heinz Lanfermann und Prof. Dr. Martin Neumann am Montagabend zu einer Diskussionsveranstaltung in den Deutschen Bundestag ein.
Unter Moderation des brandenburgischen Landtagsabgeordneten Gregor Beyer MdL hatten die Abgeordneten Gelegenheit, eine Vielzahl von Fragen aus dem Publikum zu beantworten.
Heinz Lanfermann auf dem Paritätischen Pflegekongress 2011

(v.li.:) Stephan Stracke MdB, Heinz Lanfermann MdB, Mechthild Rawert MdB, Dr. Harald Terpe MdB und Dr. Eberhard Jüttner Am Mittwoch, den 22. Juni war Heinz Lanfermann MdB auf dem Pflegekongress 2011 des Paritätischen Gesamtverbandes zu Gast. In Berliner NH Hotel stand der zweitägige Kongress unter dem Motto "2011- Jahr der Pflege !?". Die Initiative des damaligen Bundesgesundheitsministers Dr. Philipp Rösler aufgreifend, wurden an beiden Tagen Workshops rund um das Thema "Pflege" durchgeführt, deren Ergebnisse das hochkarätig besetzte Podium abschließend erörterte.
Mit Heinz Lanfermann diskutierten: Stephan Stracke MdB (CDU/CSU), Mechthild Rawert MdB (SPD), Dr. Harald Terpe MdB (Bündnis ´90/ Die Grünen) und Dr. Eberhard Jüttner.
Die Anforderungen an eine zukunftssichere und qualitätsvolle Pflege sind vielfältig und müssen auch in Zukunft finanzierbar bleiben. Diese Frage wird zunehmend wichtiger, da durch die demographische Situation einerseits in Zukunft immer weniger Arbeitnehmer zur Verfügung stehen werden, andererseits jedoch gleichzeitig die Anzahl der von Pflegebedürftigkeit betroffenen Menschen in Zukunft ansteigen wird.
Von großer Bedeutung ist aber auch, angesichts des Fachkräftemangels junge Menschen für Pflegeberufe zu begeistern. Neben guten Arbeitsbedingungen ist die Entlohnung von Pflegekräften ein weiteres wichtiges Thema in der Pflegepolitik.
Heinz Lanfermann bewertete die Arbeit der Bundesregierung als zukunftsweisend: "Es ist in diesem Bereich seit Beginn der Legislatur viel getan worden". Dennoch sei es wichtig, angesichts der anstehenden Aufgaben - wie der erweiterten Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffes - mit Sorgfalt vorzugehen. "Die Eckpunkte des Gesetzvorhabens werden aber aktuell festgelegt, so daß es bald einen tragfähigen Entwurf geben wird", so Lanfermann.
Heinz Lanfermann zu Gast auf dem 4. DAK-Pflegetag

(v.li.:) Heinz Rothgang, Willy Zylajew MdB, Heinz Lanfermann MdB, Rainer Woratschka, Mechthild Rawert MdB, Maria Klein-Schmeink MdB und Herbert Rebscher
Zum jährlichen bundesweiten Pflegetag der Deutschen Angestellten Krankenkasse diskutierte Heinz Lanfermann MdB, pflegepolitischer Sprecher der FDP- Bundestagsfraktion am Dienstag zum Thema "Finanzierung der Pflegeversicherung- Was ist uns gute Pflege wert?" mit namhaftem Experten aus dem Bereich der Pflege.
Neben Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK und Prof. Dr. Heinz Rothgang vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen nahmen Willy Zylajew (CDU), Mechthild Rawert (SPD) und Maria Klein-Schmeink (Bündnis ´90/ Die Grünen) an der Diskussion teil.
Dass eine qualitätsvolle Pflege für Alle in Zukunft teurer werden wird als gegenwärtig, ist schon aufgrund der demographischen Entwicklung unbestritten. Strittig sind jedoch die verschiedenen Ansätze zur tragfähigen Finanzierung.
Ausgehend von einem Impulsreferat des Bremer Sozialforschers Heinz Rothgang diskutierte die Runde die Frage, auf welchen Wegen die Finanzierung der Pflegeversicherung sichergestellt werden kann und ob es zu den gängigen Modellen Alternativen gibt. Heinz Lanfermann gab hier zu bedenken, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nicht durch erhöhte Kosten für Arbeit gefährdet werden dürfe. "Eine Ausweitung der Leistungen kann es nur geben, wenn wir das Umlageverfahren durch eine Kapitaldeckung ergänzen, so wie es im Koalitionsvertrag festgelegt wurde. Das wird die Arbeitskosten nicht erhöhen", so Lanfermann.
Heinz Lanfermann beim Frühlingsempfang der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft

Angeregte Debatte: (v.li.:) Harald Weinberg MdB, Birgitt Bender MdB, Heinz Lanfermann MdB, Werner Sonne, Jens Spahn MdB und Prof. Dr. Karl Lauterbach MdB Am Dienstagabend war Heinz Lanfermann zu Gast auf dem Podium der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Im Rahmen des alljährlich stattfindenden Frühlingsempfanges im Hotel Grand Hyatt diskutierte Lanfermann zum Thema "Krankenhäuser in der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion".
Ehrengast des Abends war Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler, der in einem 
Hielt das Grußwort: Dr. Philipp Rösler, Bundesminister für Gesundheit Grußwort unter anderem die aktuelle Gesetzesinitiative der Bundesregierung zur Eindämmung von Infektionsrisiken in Krankenhäusern vorstellte.
Vor dem Hintergrund des 11 Milliarden Euro Defizites in der gesetzlichen Krankenversicherung wurden in der lebhaften Diskussion die Auswirkungen der im letzten Jahr verabschiedeten Gesundheitsreform auf die deutschen Krankenhäuser erörtert. Um auch in Zukunft die bestmögliche Versorgung für alle Patienten zu garantieren, sind besondere Anstrengungen nötig. Lanfermann führte aus, dass das deutsche Gesundheitssystem durch einen besonders hohen Grad an Bürokratisierung gekennzeichnet ist. Um eine flächendeckende und wohnortnahe, qualitativ hochwertige Patientenversorgung zu gewährleisten, bedarf es auch leistungsfähiger Krankenhäuser. Die Grundlage hierfür sind Strukturen, die auch dafür sorgen, dass die Arbeit in einem Krankenhaus für die Beschäftigten attraktiv ist. Das Ziel der Politik muss es sein, eine Balance zwischen Ärzten und Krankenhäusern zu schaffen: "Vor Ort muss zum Wohle des Patienten flexibel agiert werden können, dabei müssen alle Interessen berücksichtigt werden", so Lanfermann.
Integrationskongress: Heinz Lanfermann MdB leitet Diskussion zum Thema ''Kultursensible Pflege''

v.l.n.r.: Meltem Baskaya, Barbara Kahler, Heinz Lanfermann, Nejla Kaba-Retzlaff u. Daniel Bahr Am 9. Dezember leitete Heinz Lanfermann MdB ein Forum im Rahmen des ganztägigen Integrationskongresses der FDP-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag. Er moderierte den Ideenaustausch unter dem Titel "Ethnische Pflege(heime) - Widerspruch im integrativen System?". Eingeladen waren Barbara Kahler vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., Meltem Baskaya vom Kompetenzzentrum "Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe", Nejla Kaba-Retzlaff, Sozialmanagerin und Heimleiterin und Daniel Bahr MdB, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit.
Im Vordergrund des Gesprächs stand die Frage, ob ethnospezifische Pflegeeinrichtungen im Widerspruch zur Integration stehen und ob die Einrichtungen unseres Pflegesystems auf die kulturell und religiös bedingten besonderen Herausforderungen vorbereitet sind.
Heinz Lanfermann eröffnete die angeregte Diskussion mit dem Verweis auf die zunehmende Wichtigkeit des Themas in der Zukunft. Er betonte, dass sich das kommende Jahr 2011 ganz der Pflege - und natürlich auch der Öffnung gegenüber des Aspekts der Pflege von Menschen mit Migrationshintergrund - widme. Im Anschluss leitete er mit einer Fülle von Fragen sowohl das Gespräch der geladenen Experten als auch den darauf folgenden Ideenaustausch mit den interessierten Gästen und regte dabei zur Betrachtung aus verschiedenen Perspektiven an.
"Es hat sich gezeigt", so resümierte Lanfermann, "wie wertvoll es ist, das Thema offen anzusprechen". Dem überwiegenden Grundtenor des "würdevollen Alterns unter Einbeziehen der persönlichen Wünsche der Migranten" stimmte Heinz Lanfermann auch insofern zu, als dass dies ein liberales Leitideal sei.
Vor dem Hintergrund der Thematik gilt es zu beachten, dass die Statistiken zur Pflegesituation zeigen, dass die Zahl Pflegebedürftiger in Deutschland generell stetig zunimmt. Heute leben circa 1,4 Millionen Menschen mit Migrationshintergund in Deutschland, die älter als 65 Jahre sind. Bei einem Großteil von ihnen hat sich der Wunsch nach einer Rückkehr ins Herkunftsland nicht erfüllt. Somit ist davon auszugehen, dass in mittelfristiger Zukunft eine große Anzahl an Zuwanderern auf pflegerische Betreuung angewiesen sind.
Obwohl die Pflege in Migrantenfamilien traditionell von Familienangehörigen geleistet wird, zeigt sich, dass die Umsetzung der häuslichen Pflege auch in Familien aus anderen Kulturkreisen zunehmend schwieriger wird. Viele Migranten werden künftig vermehrt das Altwerden ebenso erleben, wie Angehörige der Mehrheitsgesellschaft. Sie werden ebenso auf Heime und mobile Pflege angewiesen sein. Damit rückt die zunehmende Pflegebedürftigkeit älterer Migranten zusehends in den Fokus der professionellen Pflege.
Heinz Lanfermann begrüßt neues Sozialstaatskonzept der FDP

Heinrich Kolb, Wolfgang Clement und Heinz Lanfermann (v.l.) im Gespräch Am 10. März 2010 trafen sich auf Einladung des FDP- Generalsekretärs Christian Lindner führende Experten auf dem Gebiet der Sozialpolitik im Thomas-Dehler-Haus, der Bundesgeschäftsstelle der FDP.
Heinz Lanfermann, pflegepolitischer Sprecher der FDP- Bundestagsfraktion diskutierte u.a. mit den Arbeitsmarkt- und Sozialexperten der FDP, Dr. Heinrich Kolb MdB und Pascal Kober MdB, weiterhin Wolfgang Clement, Bundesminister a.D. und Dr. Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.
Im Fokus der Veranstaltung mit dem Titel "Aufstiegschancen schaffen, soziale Effizienz steigern: Deutschland vor der Neuausrichtung der Sozialpolitik" stand die Frage nach der Zukunft des Sozialstaates vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte. Zur Diskussion stand das gleichnamige, neue Thesenpapier der FDP.
Wesentliche Aussagen des Papiers betreffen die Neuordnung der Grundsicherung (ALG II) und Vorschläge zur besseren Vermittlung in den Arbeitsmarkt.
Auch die Verteidigung der Tarifautonomie gegenüber staatlich gelenkter Lohnpolitik ist ein wichtiger Bezugspunkt liberaler Arbeitsmarktpolitik.
Heinz Lanfermann zeigte sich von den Ergebnissen der Veranstaltung überzeugt:
"Die FDP bietet als einzige Partei wirklich innovative Vorschläge zur Reform des Sozialstaates. Wir wollen eine Arbeitsmarktpolitik, die den Menschen Perspektiven anbietet. Wenn die Zuverdienstmöglichkeiten für Empfänger von ALG-II- Leistungen verbessert werden, um einen Anreiz zur Aufnahme auch gering entlohnter Beschäftigungen zu bieten, wird den Menschen damit der Rückweg in die finanzielle Selbständigkeit geebnet." Die Bekämpfung der Schwarzarbeit und die Schaffung effektiverer Möglichkeiten zur Vermittlung Betroffener in den Arbeitsmarkt sind für Lanfermann dabei zwei Seiten derselben Medaille.
>>> Weitere Impressionen
Das gesamte Thesenpapier der FDP zur Zukunft des Sozialstaates
Pflegekongress 2007
Jeder von uns kann in die Situation kommen, Pflegeleistungen für sich oder ihm nahestehende Angehörige organisieren zu müssen. Wie aber können die Betroffenen künftig selbstbestimmter über Art und Umfang der empfangenen Leistungen entscheiden? Wie kann verhindert werden, dass durch bürokratische Hürden Geld verschlungen wird und Zeit an den Pflegebetten fehlt? Wie kann die Pflegeversicherung zukunftsfest und generationengerecht finanziert werden? Der vorliegende Gesetzentwurf der Bundesregierung enttäuscht die großen Erwartungen vieler Betroffener. Was soll in den kommenden 5 Jahren geschehen?Dokumentation der Veranstaltung
Am Donnerstag, dem 22. November, führte die FDP-Bundestagsfraktion in Potsdam ihren ganztägigen Pflegekongress mit dem Titel ?Pflege 2012 ? Mehr Selbstbestimmung, weniger Bürokratie, generationengerechte Finanzierung? durch. Eingeladen waren Experten aus Praxis, Verbänden, Wissenschaft und Medien, um gemeinsam mit interessierten Bürgern in drei Podien über die Stärkung der Pflegebedürftigen im System sowie Bürokratieabbau und eine zukunftsfeste und gerechte Finanzierung sowie zu diskutieren. Mit bis zu 70 Gästen war die Veranstaltung sehr gut besucht.
Folgende Diskussionen wurden in den einzelnen Podien geführt:
Dr. Dominik Enste, Referatsleiter des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln für den Bereich "Institutionenökonomik", ging in seinem Vortrag zum ersten Podium der Frage nach, ob und inwieweit Pflegebedürftige zu mündigen Kunden werden können. Er beleuchtete die Fragestellung vor dem Hintergrund des bestehenden sozialrechtlichen Dreiecksverhältnisses sowie vor dem Hintergrund der Tatsache, dass schätzungsweise 60 Prozent der Bewohner einer stationären Pflegeeinrichtung unter einer demenziellen Erkrankung leiden. Er folgerte, dass es nicht nur Aufgabe der Politik sei, in der gesetzlichen Pflegeversicherung, etwa über Budget- oder Gutscheinmodelle, Änderungen vorzunehmen. Auch die Einrichtungen seien gefragt, um Pflegebedürftige wirklich zu mündigen Kunden werden zu lassen.
Die Teilnehmer des Podiums, Katrin Markus (BIVA), Dr. Michael Zaddach (contec, "Pflege intern"), Joachim von der Osten (Diakonisches Werk Oldenburg) und Dr. Konrad Schily MdB, kritisierten die oft fehlende Selbstbestimmung der Pflegebedürftigen und betonten zugleich die Schwierigkeit, diese, auch wenn dies natürlich das Ziel sein müsse, zu erreichen. Betont wurde, dass im Mittelpunkt aller Diskussionen zunächst immer der Mensch stehen müsse. Es gehe darum, den Bewohnern trotz Pflegebedürftigkeit und den damit verbundenen Einschränkungen und Notwendigkeiten ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Angesichts der Folgen des demografischen Wandels, immer mehr Demenzkranker, einer höheren Zahl älterer Pflegender sowie einer zunehmenden Zahl stationär zu Versorgender, stünden die Einrichtungen ohnehin vor großen Herausforderungen.
In seinem Eingangsreferat zum zweiten Podium identifizierte Herr Christian Tölken, Senior Consultant der Consolutions GmbH & Co. KG, (gesetzliche) Vorgaben für Pflegeeinrichtungen, die Personalressourcen binden, statt die Situation der Pflegebedürftigen zu verbessern. Dem Personal, das etwa durch die Vor- und Nachbereitung von Doppelt- und Mehrfachprüfungen verschiedenster Prüfinstanzen gebunden ist, gehe Zeit für die direkte Pflege am Menschen verloren. Er betonte, dass Teile der Bürokratie, mit der eine Pflegeeinrichtung zu kämpfen habe, auch hausgemacht seien. Letztlich stünde den derzeit 545.000 in der Pflege Tätigen nur knapp 50% ihrer Arbeitszeit für die Pflege am Menschen zur Verfügung. Das Gros der Arbeitszeit werde für Dokumentation, Verwaltung und Organisation aufgewandt. Auch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz wurde durch Herrn Tölken in diesem Sinne einer kritischen Betrachtung unterzogen. Fazit: Der Gesetzentwurf der Bundesregierung schafft weitere Bürokratie, statt bestehende Hemmnisse abzubauen. Hervorgehoben wurde hier u. a. die Errichtung von über 4.000 Pflegestützpunkten.
Im Anschluss wurde unter den Teilnehmern des Podiums, Dr. Elisabeth Fix (Dt. Caritasverband), Michael Schulz (VDAB), Jürgen Brüggemann (MDS), Rolf Martens (Schleswig-Holsteinischer Landkreistag) und Daniel Bahr MdB, heftig über das bisherige und das anzustrebende Verständnis von Dokumentation diskutiert. Pflegedokumentation müsse nicht für die Prüfinstanzen erfolgen, sondern als Arbeitsinstrument im Sinne einer bestmöglichen Qualität der Pflege verstanden werden. Dies setze u. a. eine verbesserte Aus- und Weiterbildung Pflegender in diesem Bereich voraus. Ebenfalls diskutiert wurde, wie eine verbesserte Transparenz über die Qualität der Pflege erreicht werden könnte. Vorgeschlagen wurde hier die Veröffentlichung der Qualitätsberichte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) in einer für den Verbraucher verständlichen Form sowie der verstärkte Einsatz von Qualitätszertifikaten sowie ein Qualitätsvergleich anhand bundeseinheitlicher Kriterien.
Ein weiteres Thema waren die zu errichtenden Pflegestützpunkte. Hier variierten die Positionen zwischen grundlegend positiv mit Verbesserungswünschen bis hin zu genereller Ablehnung. Befürworter der Pflegestützpunkte betonten jedoch die Notwendigkeit einer unabhängigen Beratung. Auch müssten Beratung und Leistungsbewilligung mit Blick auf die Gefahr einer lediglich von Kostenerwägungen bestimmten Leistungsberatung klar voneinander getrennt werden.
Der Referent des dritten Podiums, Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, stellte in seinem Eingangsvortrag auf eindrückliche Weise den Umfang der Transfers zwischen den Generationen in der gesetzlichen Pflegeversicherung und die Auswirkungen des demografischen Wandels auf Beitragssatz und Nachhaltigkeitslücke dar.
Das Konzept der Nachhaltigkeitslücke drückt aus, ob die Gesamtheit aller heute lebender Generationen mehr Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung bezieht, als sie über ihren Lebenszyklus hinweg an Beiträgen einbezahlt oder umgekehrt. Eine positive Nachhaltigkeitslücke impliziert demnach, dass die heute lebenden Jahrgänge in ihrer Gesamtheit weniger in die gesetzliche Pflegeversicherung (GPV) einzahlen als sie an Leistungen beziehen und somit eine (Schulden-)Last vor sich her schieben, die durch ihre Kinder abgegolten werden muss. Die Nachhaltigkeitslücke in der GPV betrage heute schon 37,1% des Bruttoinlandsproduktes. Die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Leistungsniveaus der gesetzlichen Pflegeversicherung müsse folglich schon in Form eines höheren Preises also mit einem steigenden Beitragssatz bezahlt werden.
Prof. Dr. Raffelhüschen prognostizierte, dass sich der Beitragssatzsatz allein als Folge des demografischen Wandels bis 2033 verdoppeln und bis 2055 verdreifachen müsse. Er betonte, dass jede Leistungsausweitung im Bereich einer im Umlageverfahren finanzierten GPV die Finanzierungslasten, die heute auf nachfolgenden Generationen verschoben werden, weiter erhöhen werde.
Zum Abschluss seines Vortrags unterbreitete er mit dem ?Auslaufmodell? einen Vorschlag, wie auf den demografischen Wandel über die Ausgestaltung der Finanzierung der gesetzlichen Pflegeversicherung reagiert werden sollte.
Die Teilnehmer des anschließenden Podiums, Prof. Dr. h.c. Herbert Rebscher (DAK), Dr. Volker Leienbach (PKV-Verband) und Heinz Lanfermann MdB, tauschten nicht nur ziemlich kontrovers Argumente für und gegen einen Übergang in ein kapitalgedecktes und prämienfinanziertes Pflegeversicherungssystem auf der einen und ein Festhalten an einem Umlagesystem mit einkommensabhängigen Beiträgen auf der anderen Seite aus, sondern bewerteten auch die politische Umsetzbarkeit der jeweiligen Vorschläge.
